In Hallstatt
In Hallstatt, wo die Schönheit thront,
Wo Berge sich im See betrachten,
Meine Seele dennoch einsam wohnt,
Kann Trost in Pracht nicht finden, nicht beachten.
Die Welt zeigt hier ihr schönstes Kleid,
Doch mein Herz bleibt kalt und leer.
Gibt’s keinen Ort, der mich befreit?
Schönheit tröstet mich nicht mehr.
***
Mein Vaterland liegt tief in meiner Seele,
Begreift ihr’s? Visalos ich drüber schwebe.
Reich mir die Hand, wir fliegen über Witebsk,
Schade, dass ihr nicht stammt aus Witebsk.
Tanka
Weide neigt sich und schläft,
Und mir scheint, die Nachtigall am Zweig
—Das ist ihre Seele.
Keine Übersetzung fand ich,
Musste selbst es übersetzen.
Seelenwanderung
Schlimmer als das Nichts
ist der Seele Wanderung.
Neue Namen, fremde Gesichter,
sogar das eigene Ich — unbekannt.
Eine Sprache zu lernen,
sich selbst neu zu finden,
nur um verloren zu gehen.
Die scheue Seele zittert.
Nein, besser das Nichtsein,
oder zur Not die Ewigkeit.
Denn Anpassung ist schwerer
als jede Unendlichkeit.
***
Auf einer Ausstellung, ich bat um Erlaubnis,
Zu fotografieren, der Künstler gab sie gern.
Doch als er von meiner KI-Arbeit erfuhr,
Wurde sein Blick plötzlich ernst und fern.
Er sprach: «Kunst braucht eine Seele, das ist klar,
KI kann das nie, sie bleibt seelenlos.»
Auf seiner Karte stand, ich las es bar:
«Max Mustermann. Kunst mit Seele» — grandios.
***
Orgel und Sirene im Duett,
Ein ASMR für meine Seele — so nett.
***
D.K. sagte zur Autorin: «Sie haben keine Seele,
Nur armselige Stereotypen, nichts weiter.»
Und ich lachte: über mich selbst.
***
«Angeln ist kein Hobby,
keine Gewohnheit und schon gar nicht
einfach nur der Wunsch,
etwas zu tun
in der Freizeit.
Angeln ist der Poesie verwandt.
Es ist ein Zustand
der menschlichen Seele.»
***
Ich glaube, ich habe kein einziges Gedicht,
Das in sich das Wort «Seele» enthält. Kein
Vers, keine Zeile, die davon spricht,
Obwohl es oft in meinen Gedanken zählt.
Doch viele Entwürfe liegen still bereit.
***
Sanft wie ein Windhauch, leise und rein,
Ewig suchend nach Licht und Sein.
Erkenntnis wächst in stillen Stunden,
Lebendig wird, was tief empfunden.
Einheit von Geist und Herz — vereint.
***
Der Poltergeist, er schreckt uns sehr,
Wir fürchten uns und zittern schwer.
Doch denk ich nach, ist’s gar nicht schlecht,
Wenn Geister wahr sind — überlegt:
Gibt’s Poltergeister wirklich hier,
Dann gibt’s viel mehr, das glauben wir. Die
Seele auch, sie könnte sein,
Nicht nur ein Traum, nicht nur ein Schein.
So lasst uns hoffen, lasst uns glauben,
An mehr als wir je können schauen.
Der Geist, die Seele — mehr als Spuk,
Sie geben unserem Leben Schmuck.
Der Morgen
In der Frühe, still und klar,
Scheint die Sonne wunderbar.
Vögel singen ihre Lieder,
Fliegen auf und kehren wieder.
Auf der Wiese, frisch und grün,
Sehe ich die Blumen blüh’n.
Wind spielt sanft mit jedem Blatt,
Macht die müde Seele satt.